Polnische Segelflugzeuge präsentiert von

Orlik (Schreiadler)

Eingeflogen: 1937 (1938) [?]*
Spannweite:
14,4 (15) [15] m
Länge:
6,3 m

Höhe: 1,5 m

Flügelfläche: 14,1 (14,8) [14,8]

Streckung: 14,7 (15,2) [15,2]

Tragflächenprofil: IAW

Gewicht: 148 (160) [168] kg

Max. Fluggewicht: 233 (245) [263] kg

Tragflächenbelastung:  16,5 (16,5) [17,7] kg/m²
Gleitzahl:
24,5 (25,5) [26,5] bei 68 (68) [83] km/h
Sinkgeschw.:
0,65 (0,67) [0,70] bei 57 (57) [62] km/h
Mindestgeschw.:
50 (50) [53] km/h
Max. Geschw.:
? (200) [220] km/h

Zul. Beschleunigung: +5,9 -? g

 

ACHTUNG - Daten ohne Klammern betreffen Orlik I

                 - Daten in Klammern (*) Orlik II

                 - Daten in Klammern [*] Orlik Olimpijski

"Orlik"

  Foto: "Orlik" auf Jodłowiec. Aus der Sammlung v. Piotr Piechowski

Der "Orlik" ist für die erste Weltmeisterschaft (1937) auf der Wasserkuppe von Ing. Antoni Kocjan konstruiert worden. Auf der Meisterschaft hat der "Orlik" den 7 und 12 Platz errungen. Schon im Sommer 1937 hat man eine kleine Serie von 4 "Orliks" hergestellt. Im Herbst 1938 hat man Veränderungen vorgenommen, die in erster Linie eine Vergrößerung der Spannweite auf 15m, Veränderung des vorderen Teils des Rumpfes, des Seitenruderumrisses und des Höhenruders vorsah. Im Juli 1938 hat die ISTUS (Internationale Studienkommission für Segelflug) eine Ausschreibung für Olympiasegler (Olympische Spiele Helsinki 1940) ausgestellt. Der polnische Orlik, der weitestgehend die Anforderungen erfüllte, ist kurzfristig umkonstruiert und an die Feinheiten der Ausschreibung angepasst worden, so dass noch im Spätherbst 1938 der "Orlik Olimpijski" eingeflogen wurde. Im Februar 1939 sind auf dem Flugplatz Sezze Littorio in Italien Vergleichsflüge durchgeführt worden. Der "Orlik" erhielt den 2 Platz mit den mit Abstand besten Flug- und Ausführungsleistungen. Es haben hier die überzähligen Stimmen der deutschen und italienischen Schiedsrichter für die mit deutlich schlechteren Flugeigenschaften deutsche "Meise Olympia" entschieden. Einer von den "Orlik II" ist im Frühling 1939 zu der Internationalen Ausstellung in New York geschickt worden. Das Exemplar ist nach dem Ausbruch des Krieges in den USA geblieben und 1942 von der Air Force für die Pilotenschulung beschlagnahmt worden. Nach dem Krieg ist dieses Exemplar privat von dem später sehr bekannten Aerodynamiker - Paul B. MacCredy aufgekauft worden. Auf dem Orlik hat er 1948 und 1949 die nationalen Segelflugmeisterschaften gewonnen. Im Jahre 1948 wurden mit dem "Orlik" die ersten Flugversuche im Wellenflug gemacht. Dabei wurde am 31.12.1948 ein Weltrekord im Höhenflug mit der absoluten Höhe von 9600m aufgestellt. Leider wurde der  Rekord von der FAI nicht anerkannt, weil gleich am nächstem Tag ein Kollege von MacCredy mit einem anderem Segler noch höher flog. Um den Rekord anzuerkennen, hätte er wenigstens 48 Stunden bestehen müssen. Der Rekordflug wurde von einer Lockheed P-38 Lightning begleitet. Leider ist während der weiteren Höhenflüge die Kabinenverglasung durch starken Frost beschädigt worden. So wurde für den "Orlik" eine tiefgezogene Kabinenhaube angefertigt. 1967 wechselt der "Orlik" wieder den Inhaber. Es ist Mr. Serafin, ein Amerikaner mit polnischer Abstammung. Das Segelflugzeug wurde restauriert. Geändert wurden dabei die Bremsklappen (vergrößert), es wurde ein Fahrwerk eingebaut und das Seitenruder wurde leicht vergrößert. 1999 haben Mr. Serafin und der inzwischen dazugekommene Mitinhaber Mr. Kulesza aus Altersgründen den Orlik weiterverkauft. Nach meinen Informationen wird der Orlik, das längstlebigste polnische Segelflugzeug, wieder fliegen! Der "Orlik" ist zweifelsfrei ein Segler, der durch hervorragende Flugeigenschaften und sehr hohe Qualität die polnische Vorkriegs-Segelflugindustrie auf die absolute Weltspitze gebracht hat. Der "Orlik" ist auch ein erster Segler der danach entstandenen 15 Meter-Klasse.

"Orlik II"

Foto: aus der Sammlung v. Tomasz Kosecki

 

Das Foto entstand 1938 in Tęgoborze auf dem Berg Jodłowiec während des Besuches vom bekannten Segelflugpiloten Tadeusz Góra, der sich vorbereitet zum Streckenflug zum Berg Żar.

Orlik

Foto: A. Glass "Polskie konstrukcje lotnicze 1893-1939" WKŁ 1976

 

"Orlik III Olimpijski" in Sezze 1939r

"Orlik II"

Foto: "Skrzydlata Polska" 1 / 1985

"Orlik  II"

Foto: Arch. Dok. Mech. za A. Glass "Polskie konstrukcje lotnicze 1893-1939" WKŁ 1976

 

"Orlik II"

Foto: aus der Sammlung v. S.Wielgus "Przegląd Modelarski" 4-5 / 1999

"Orlik II"

Foto: Adam Dobrzycki "Przegląd Modelarski" 4-5 / 1999

"Orlik I"

Foto: aus der Sammlung v. Michał Kuczewski - bei dem "Orlik" stehen Fluglehrer Andrzej Trubicyn mit Frau Irena

"Orlik I"

Foto: Józef Zieleziński "Wszystko już było" ("Orlik I" auf Sokola Góra)

"Orlik

Foto: "Orlik" auf Jodłowiec. Aus der Sammlung v. Piotr Piechowski

"Orlik I"

Foto: Kalendarz VGC 2003

"Orlik"

Foto: aus der Sammlung v. Tomasz Kosecki

 

Es ist eins von den ersten Exemplaren des Orliks, das an Segelflugschulen 1937 ausgeliefert wurde. Das Foto entstand in der Segelflugschule in Tęgoborze und stellt einen startbereiten Orlik auf dem Berg Jodlowiec dar. In der Kabine sitzt der Segelflugschulleiter Leopold Kwiatkowski.

"Orlik"

Foto: aus der Sammlung v. Piotr Piechowski

 

"Orlik"

Foto: "Orlik" auf Jodłowiec. Aus der Sammlung v. Piotr Piechowski

"Orlik"

Foto: aus der Sammlung v. A.Glass PLAR nr 11/12 1996

"Orlik III Olimpijski" in Sezze 1939r, am Steuer der Italienische Testpilot Mantalli

"Orlik"

Foto: "Orlik" auf Jodłowiec. Aus der Sammlung v. Piotr Piechowski

Foto: aus der Sammlung v. Rafał Morawiec (Orlik über Wasserkuppe)

 

Rys.: Witold Szewczyk

Zg.: Witold Szewczyk

  Zg.: "Skrzydlata Polska" Mai 1938

 

Orlik 3dOrlik 3d USA

"Orlik" als Modell 1 : 3,3

Foto: Piotr Piechowski

Foto: Andreas Spiegel

Ergänzung und Bemerkungen sind herzlich willkommen !

Irrtum vorbehalten. Seite zuletzt aktualisiert am: 27.02.2007