Polnische Segelflugzeuge präsentiert von

  PZL M-3 Pliszka     (Bachstelze)
Eingeflogen: 20.03.1959  
Spannweite:
14,16 / 14,20 / 14,32 m

Länge: 6,68 / 6,60 / 6,74 m

Höhe: 1,88 / 2,0 / 2,14 m 

Flügelfläche: 15 / 15 / 15 m²

Streckung: 13,3 / 13,3 / 13,7

Tragflächenprofil: NACA-43012A

Gewicht: 217 / 226 / 251 kg

Max. Fluggewicht: 307 / 316 / 341 kg

Tragflächenbelastung:  20,5 / 21,1 / 22,7 kG/m²
Gleitzahl:
25,1 / 21,7 / 23,4 bei 71 / 78 / 81 km/h  
Sinkgeschw.:
0,70/0,82/0,90 m/s bei 60/51/67 km/h  
Mindestgeschw.:
56 / 51 / 54 km/h
Max. Geschw.:
180 / 180 / 300 km/h

Zul. Lastvielfache: ? g

Daten:  M-3 "Pliszka" / M-3 "Pliszka 60" / M-3A "Pliszka 60"

PZL M3 Pliszka 60 · Foto: aus der Sammlung von Rafal Chylinski

In der WSK PZL Mielec wurden 4 Exemplare der Pliszka gebaut:

1) 1958 Bez. M-3 "Pliszka" Kennzeichen SP-2064, Werksnummer I/1, eingeflogen 20.3.1959
2) 1958 Bez. M-3 "Pliszka" Werksnummer I/2 für statische Erprobung (siehe Bilder)
3) 1960 Bez. M-3 "Pliszka 60"  Kennzeichen SP-1980, Werksnummer I/3, eingeflogen 05.3.1960
4) 1961 Bez. M-3 A "Pliszka bis" Kennzeichen SP-2244, Werksnummer I/4, eingeflogen 13.5.1961 

Das 4 Exemplar befindet sich heute in der Technischen Universität in Rzeszow. Dieses Exemplar befindet sich in schlechtem Zustand, auf ihm hat man für die Studenten Festigkeitsprüfungen demonstriert. Die "Pliszka" ist wahrscheinlich das einzige Segelflugzeug, das beim WSK PZL Mielec gebaut wurde.

Hier die Beschreibung, die von Marcin Błuś zugeschickt wurde:
(Es ist eine freie und nicht autorisierte Übersetzung aus dem Buch "Konstrukcje Lotnicze Polski Ludowej" - gesammelte Werke unter der Redaktion von Andrzej Glass)

Im Herbst 1965 haben Mitarbeiter des Flugzeug-Konstruktionsbüros in Mielec vorgeschlagen ein Segelflugzeug zu bauen, das in Vollmetallkonstruktion ausgeführt werden sollte. Der Idee lag eine Entwicklungstendenz-Analyse zugrunde, den In- und Auslandsmarkt für Vollmetall-Segelflugzeuge zu gewinnen. Man hat sich Vorteile beim Export in Tropikländer erhofft. Das Projekt hat die Bezeichnung M-3 "Pliszka" bekommen. Es sollte der erste polnische Vollmetall-Segler werden, aber gleichzeitig auch das erste Segelflugzeug, das in WSK Mielec entwickelt wurde und eine erste Konstruktion von einem jungen Konstruktionsteam unter der Leitung von Ing. Zdzislaw Zok. Im Frühling 1957 ist das Vorprojekt erstellt worden. Die aerodynamischen Berechnungen sind im SZD Bielsko durchgeführt worden. Demnächst sind weitere Entwicklungsarbeiten gestoppt worden und erst 1958 ist man zu dem Projekt zurückgekommen. Im September 1958 wurde die Montage der ersten Baugruppen angefangen, so dass im März 1959 der erste Prototyp flugbereit war. Der erste Prototyp mit dem Kennzeichen SP-2064 ist von Ing. Pilot Slawomir Makaruk eingeflogen worden. Dem folgte die Werkserprobung die ergab, das der Segler gut steuerbar ist, gute Eigenschaften im Kreisen, F-Schlepp- und Windenstart hat. Der Höhenverlust beim Strömungsabriss betrug lediglich 20 Meter. Beim Trudeln pro Umdrehung waren es 40 bis 50 Meter und die Verzögerung beim Ausleiten betrug 1/4 bis 1/6 der Umdrehung. Die Eigenschaften haben sich allgemein besser als die rechnerischen Ermittlungen herausgestellt. Die Gleitzahl war 25,0 anstatt berechneten 20,9, das geringste Sinken war 0,70 anstatt berechneten 0,88 Metern pro Sekunde. Einen gewissen Einfluss auf das Obige hatte sicher die Metallkonstruktion der Fläche, die das Profil genauer abbildete als eine vergleichbare Holzfläche. Die Proben ergaben aber auch, dass die Wirksamkeit der Bremsklappen zu groß war. Der Hochstarthaken musste verlegt werden, die Dämpfung des Fahrwerks musste verbessert werden und die Abmontierbarkeit der Flächen und des Höhenleitwerks musste vereinfacht werden. Eine weitere Flugerprobung hat hervorragende Kunstflugtrainingseigenschaften ergeben. Ergebnisse der statischen Erprobung haben große Reserven in der Festigkeit gezeigt, was 1959 zur Entwicklung der Kunstflugversion mit der Bezeichnung M-3 A "Pliszka" bis führte. Weil aber bereits ein Teil der Baugruppen für das 2 Exemplar fertig war, wurde der 2 Prototyp der "Pliszka" nicht in der Kunstflugversion gebaut, sondern in einer ähnlichen Ausführung wie der erste Prototyp. So entstand der 2 Prototyp für die Flugerprobung mit der Bezeichnung M-3 "Pliszka 60". Die Unterschiede zum 1 Exemplar waren im Pilotenkabinenausschnitt, Tieferlegung des Instrumentenpanels, geänderten Steuerungsmechanismen, geänderter Form der Leitwerke, die Bremsklappen waren nur auf dem Oberteil der Fläche eingesetzt und das Fahrwerk wurde geändert.

Die M-3 "Pliszka 60" mit dem Kennzeichen SP-1980 ist am 05.03.1960 von Dipl. Ing. Z. Winnicki eingeflogen worden. Vom 04.05. bis 04.10.1960 sind die Werkstests durchgeführt worden, die bessere Eigenschaften als die berechneten gezeigt haben, aber niedrigere als die auf dem 1 Prototyp gemessenen. Die Gleitzahl betrug 21,7 und das geringste Sinken 0,82 Meter pro Sekunde. Diese Verschlechterung ist durch ungenauere Anfertigung des Exemplars und dem leicht erhöhtem aerodynamischem Widerstand zu erklären. Das Gewicht ist um 9 Kilo gestiegen. Die Flugerprobung ergab, dass die Höhenruderkräfte auf dem Knüppel zu hoch waren und die Seitenruderwirkung unzureichend. Die Flugeigenschaften waren identisch wie bei dem ersten Prototypen.

Die Dokumentation für M-3A "Pliszka bis" ist 1959 fertig geworden. Wegen der vielen Änderungen musste man über die Hälfte der technischen Zeichnungen neu anfertigen. Ziel der Änderungen war die Fehlerbehebung am ersten Prototypen und die Adaption der Konstruktion für die Anforderungen, die Kunstflugsegler erfüllen müssen. Die "Pliszka bis" bekam zusätzlich zu den Änderungen die in der "Pliszka 60" vorgenommen wurden, eine verstärkte Konstruktion der Flächenbefestigung, verstärkte Konstruktion des Rumpfhinterteils, neue Konstruktion der Bremsklappen, geänderte Aufhängung des Querruders von 2 auf 3 Punkt und geänderte Konstruktion des Höhen- und Seitenruders die mit Stoff bespannt wurden. Die obigen Veränderungen haben das gesamte Gewicht im Vergleich mit der "Pliszka 60" um 25 Kilo erhöht. Die "Pliszka bis" mit dem Kennzeichen SP-2244 wurde am 13.05.1961 durch Dipl. Ing. Z. Winnicki eingeflogen. Kurz nach dem ersten Flug wurde die "Pliszka bei" einer Landung beschädigt, die Beschädigungen sind erst im Sommer 1942 repariert worden. Der erste "Pliszka" Prototyp (SP-2062) ist im Juni 1959 auf der internationalen Messe in Poznan und im September 1959 bei einer Luftfahrtausstellung in Wroclaw ausgestellt worden. 1960 wurde sie in Lodz öffentlich im Flug präsentiert. Die "Pliszka" 60 (SP-1980) wurde auf der Luftfahrt-Industrieausstellung 1961 in Warszawa ausgestellt, in dem gleichen Jahr hat sie den Zulassungstest absolviert und ist für die normale Benutzung freigegeben worden. 1963 ist die "Pliszka 60" dem Aeroklub in Mielec übergeben worden.

Die "Pliszka" hatte wegen der relativ kleinen Flächenstreckung eine Flugleistung auf dem Niveau von einem durchschnittlichen Trainingssegler von 1950 bis 1957. In der Zeit war man laut Richtlinie des polnischen Aeroklubs bemüht, Segelflugzeuge einzusetzen deren Gleitzahl besser als 27 bis 28 war. Das war der eigentliche Grund, die "Pliszka" nicht für die Serienproduktion freizugeben. Die nächste Entwicklungsversion der "Pliszka" mit einer Fläche mit größerer Streckung und einem Laminarprofil konnte künftig eine ernste Konkurrenz zum Kunstflieger Kobuz oder dem Trainings-Hochleistungssegler Lis werden. Die Erfahrungen, die man bei der Entwicklung der "Pliszka" gesammelt hat, konnten auch für den Bau eines Zweisitzers benutzt werden, der mit dem SZD-27 "Kormoran" konkurrieren konnte. Das Projekt war auch schon angefangen und bekam die Bezeichnung M-8 "Pelikan", aber eine politische Entscheidung der kommunistischen Planwirtschaft hat diese Entwicklung gestoppt und das Monopol beim Segelflugzeugbau ist der SZD Bielsko übertragen worden. Es ist wichtig zu sagen, dass die "Pliszka" das erste Ganzmetall-Segelflugzeug war und als solches eine Pionierrolle im polnischen Segelflugbau erfüllt hat.

KONSTRUKTION

Die M-3A "Pliszka" ist ein Selbsttragender Einsitzer für Trainings- und Kunstflug in Ganzmetallbauweise.

RUMPF

Der vordere Teil war eine Halbschalenkonstruktion mit elliptischem Querschnitt. Die Kabinenhaube besteht aus einem nicht beweglichem Windschutz und aus einer Schale auf einem Stahlskelett, das nach oben und hinten aufklappbar war. Die Verglasung ist aus Tiefgezogenem Plexiglas. Der bewegliche Teil der Kabinenverglasung konnte geöffnet und geschlossen blockiert werden. Auf der linken Seite ist eine Lüftungsöffnung eingebaut worden. Hinter dem Pilotensitz war ein kleiner Stauraum. Die Pedale waren im Flug einstellbar. Die Ruderanlenkung war eine gemischte Konstruktion aus Zugseilen und Schubstangen. Das Instrumentepanel ist mit Fahrtmesser, Höhenmesser, Vario 5 m/s, Vario 30 m/s, elektrischem Neigungsmesser ist Kompass ausgestattet worden. Der hintere Teil des Rumpfes ist als ein spantenloses, aus 3 Blechstreifen vernietetes Rohr. Das Fahrwerk mit Rad 300 x 150 mittels Gummischnur gefedert. Der Sporn war auf einer Gummischeibe gefedert, hat einen Haken für Gummiseilstart. Der vordere Teil des Rumpfes hatte einen Schlepp- und einen Gummiseil-Starthaken. Vor dem Fahrwerk war ein Haken für den Windenstart.

FLÄCHEN

Eine geteilte Fläche mit Trapezumriss. Die V-Form der Fläche betrug 3 Grad. Das Profil war NACA 43012A. Einholmkonstruktion mit einem diagonal verlaufendem Rohr als Versteifung. Die Flächenverbindung war so ausgeführt, dass eine Übertragung der Biegekräfte auf den Rumpf nicht möglich war. Hinter dem Holm ist eine Bremsklappe eingebaut worden. Der hintere Teil der Fläche ist stoffbespannt, das Querruder zweiteilig.

LEITWERKE

Selbsttragend und das Höhenleitwerk mit dem Profil NACA 0009, einteilig. Die Leitwerke waren mit Blech beplankt, das Höhen und Seitenruder in der Version M3 mit Blech und in der Version M3A mit Stoff bespannt.

LACKIERUNG

Der Segler ist in Naturbelassenem Duraluminum gewesen. Der erste Prototyp hatte den vorderen Unterteil des Rumpfes dunkelblau lackiert, mit dem Schriftzug "Pliszka" unter dem Kabinenausschnitt, auf dem Seitenleitwerk auf einem gelben Streifen die Bezeichnung M-3 und das PZL-Logo. Die Endstücke der Flächen waren ebenso dunkelblau. Die "Pliszka 60" hat ein  dunkelblaues Oberteil des Rumpfes vor und hinter der Kabine und unter dem Kabinenausschnitt die Schrift "Pliszka 60" und die Leitwerke wie oben beschrieben. Die "Pliszka" bis hat den Oberteil des Rumpfes wie die "Pliszka 60", unter dem Kabinenausschnitt "Pliszka bis" und schmale dunkelblaue Streifen. Auf dem Seitenruder gelbe Streifen und auf dem oberen Teil des Seitenleitwerks M-3A.

Die Informationen kammen von Andrzej Wilk und Marcin Blus (danke).
 

Foto: aus der Sammlung von Rafal Chylinski

Foto: aus der Sammlung von Rafal Chylinski

Foto: aus der Sammlung von Rafal Chylinski

Foto: aus der Sammlung von Rafal Chylinski

M-3 "Pliszka"

Foto: aus der Sammlung von Przemysław Ochał (Das Bild ist während der statischen Erprobung im WSK Mielec 1959 gemacht worden)

M-3 "Pliszka"

Foto: aus der Sammlung von Przemysław Ochał (Das Bild ist während der statischen Erprobung im WSK Mielec 1959 gemacht worden)

M-3 "Pliszka"

Foto: K. Albin "Szybownictwo na świecie" WK 1960

M-3 "Pliszka"

Foto: K. Albin "Szybownictwo na świecie" WK 1960

M-3 "Pliszka"

Foto: aus der Sammlung von Przemysław Ochał (Das Bild ist während der statischen Erprobung im WSK Mielec 1959 gemacht worden)

M-3A "Pliszka"

Foto: "Konstrukcje lotnicze Polski Ludowej" WKiŁ 1960 ("Pliszka M-3A)

M-3 "Pliszka"

Foto: W.Grabarczyk in J.Babiejczyk und J.Grzegorzewski "Polski przemysł lotniczy 1945 - 1973" Wydawnictwo MON 1974

Auf dem Bild: "Pliszka" auf Luftfahrtaustellung in Mielec 1972

M-3 "Pliszka"

Foto: "Konstrukcje lotnicze Polski Ludowej" WKiŁ 1960

 

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

Foto: Jan Zacharzewski

M-3 "Pliszka 60"

 Foto: "Konstrukcje lotnicze Polski Ludowej" WKiŁ 1960

 

Foto: Piotr Piechowski

Denkmal in Ustianowa, als Andenken an die dort geschulten Flieger, die im II Weltkrieg umgekommen sind. Für das Denkmal wurden die Tragflächen der "Pliszka" benutzt.

Schreibt über Pliszka: 3 (68) / 1962 "Modelarz". Anklicken...

 

 

 

Ergänzung und Bemerkungen sind herzlich willkommen !

Irrtum vorbehalten. Seite zuletzt aktualisiert am: 11.01.2015