| In der WSK PZL
Mielec wurden 4 Exemplare der Pliszka gebaut:
1) 1958 Bez. M-3
"Pliszka" Kennzeichen SP-2064, Werksnummer I/1, eingeflogen 20.3.1959
2) 1958 Bez.
M-3 "Pliszka" Werksnummer I/2 für statische Erprobung (siehe Bilder)
3) 1960 Bez.
M-3 "Pliszka 60" Kennzeichen SP-1980, Werksnummer I/3, eingeflogen
05.3.1960
4) 1961 Bez.
M-3 A "Pliszka bis" Kennzeichen SP-2244, Werksnummer I/4, eingeflogen 13.5.1961
Das 4 Exemplar
befindet sich heute in der Technischen Universität in Rzeszow. Dieses
Exemplar befindet sich in schlechtem Zustand, auf ihm hat man für
die Studenten Festigkeitsprüfungen demonstriert. Die "Pliszka" ist wahrscheinlich
das einzige Segelflugzeug, das beim WSK PZL Mielec gebaut wurde.
Hier die Beschreibung,
die von Marcin Błuś zugeschickt wurde:
(Es
ist eine freie und nicht autorisierte Übersetzung aus dem Buch "Konstrukcje
Lotnicze Polski Ludowej" - gesammelte Werke unter der Redaktion von Andrzej
Glass)
Im Herbst 1965
haben Mitarbeiter des Flugzeug-Konstruktionsbüros in Mielec vorgeschlagen
ein Segelflugzeug zu bauen, das in Vollmetallkonstruktion ausgeführt
werden sollte. Der Idee lag eine Entwicklungstendenz-Analyse zugrunde,
den In- und Auslandsmarkt für Vollmetall-Segelflugzeuge zu gewinnen.
Man hat sich Vorteile beim Export in Tropikländer erhofft. Das Projekt
hat die Bezeichnung M-3 "Pliszka" bekommen. Es sollte der erste polnische
Vollmetall-Segler werden, aber gleichzeitig auch das erste Segelflugzeug,
das in WSK Mielec entwickelt wurde und eine erste Konstruktion von einem
jungen Konstruktionsteam unter der Leitung von Ing. Zdzislaw Zok. Im Frühling
1957 ist das Vorprojekt erstellt worden. Die aerodynamischen Berechnungen
sind im SZD Bielsko durchgeführt worden. Demnächst sind weitere
Entwicklungsarbeiten gestoppt worden und erst 1958 ist man zu dem Projekt
zurückgekommen. Im September 1958 wurde die Montage der ersten Baugruppen
angefangen, so dass im März 1959 der erste Prototyp flugbereit war.
Der erste Prototyp mit dem Kennzeichen SP-2064 ist von Ing. Pilot Slawomir
Makaruk eingeflogen worden. Dem folgte die Werkserprobung die ergab, das
der Segler gut steuerbar ist, gute Eigenschaften im Kreisen, F-Schlepp-
und Windenstart hat. Der Höhenverlust beim Strömungsabriss betrug
lediglich 20 Meter. Beim Trudeln pro Umdrehung waren es 40 bis 50 Meter
und die Verzögerung beim Ausleiten betrug 1/4 bis 1/6 der Umdrehung.
Die Eigenschaften haben sich allgemein besser als die rechnerischen Ermittlungen
herausgestellt. Die Gleitzahl war 25,0 anstatt berechneten 20,9, das geringste
Sinken war 0,70 anstatt berechneten 0,88 Metern pro Sekunde. Einen gewissen
Einfluss auf das Obige hatte sicher die Metallkonstruktion der Fläche,
die das Profil genauer abbildete als eine vergleichbare Holzfläche.
Die Proben ergaben aber auch, dass die Wirksamkeit der Bremsklappen zu
groß war. Der Hochstarthaken musste verlegt werden, die Dämpfung
des Fahrwerks musste verbessert werden und die Abmontierbarkeit der Flächen
und des Höhenleitwerks musste vereinfacht werden. Eine weitere Flugerprobung
hat hervorragende Kunstflugtrainingseigenschaften ergeben. Ergebnisse der
statischen Erprobung haben große Reserven in der Festigkeit gezeigt,
was 1959 zur Entwicklung der Kunstflugversion mit der Bezeichnung M-3 A
"Pliszka" bis führte. Weil aber bereits ein Teil der Baugruppen für
das 2 Exemplar fertig war, wurde der 2 Prototyp der "Pliszka" nicht in der
Kunstflugversion gebaut, sondern in einer ähnlichen Ausführung
wie der erste Prototyp. So entstand der 2 Prototyp für die Flugerprobung
mit der Bezeichnung M-3 "Pliszka 60". Die Unterschiede zum 1 Exemplar waren
im
Pilotenkabinenausschnitt, Tieferlegung des Instrumentenpanels, geänderten
Steuerungsmechanismen, geänderter Form der Leitwerke, die Bremsklappen
waren nur auf dem Oberteil der Fläche eingesetzt und das Fahrwerk
wurde geändert.
Die M-3 "Pliszka 60" mit dem Kennzeichen SP-1980 ist am 05.03.1960 von Dipl. Ing. Z. Winnicki
eingeflogen worden. Vom 04.05. bis 04.10.1960 sind die Werkstests durchgeführt
worden, die bessere Eigenschaften als die berechneten gezeigt haben, aber
niedrigere als die auf dem 1 Prototyp gemessenen. Die Gleitzahl betrug
21,7 und das geringste Sinken 0,82 Meter pro Sekunde. Diese Verschlechterung
ist durch ungenauere Anfertigung des Exemplars und dem leicht erhöhtem
aerodynamischem Widerstand zu erklären. Das Gewicht ist um 9 Kilo
gestiegen. Die Flugerprobung ergab, dass die Höhenruderkräfte
auf dem Knüppel zu hoch waren und die Seitenruderwirkung unzureichend.
Die Flugeigenschaften waren identisch wie bei dem ersten Prototypen.
Die Dokumentation
für M-3A "Pliszka bis" ist 1959 fertig geworden. Wegen der vielen Änderungen
musste man über die Hälfte der technischen Zeichnungen neu anfertigen.
Ziel der Änderungen war die Fehlerbehebung am ersten Prototypen und
die Adaption der Konstruktion für die Anforderungen, die Kunstflugsegler
erfüllen müssen. Die "Pliszka bis" bekam zusätzlich zu den
Änderungen die in der "Pliszka 60" vorgenommen wurden, eine verstärkte
Konstruktion der Flächenbefestigung, verstärkte Konstruktion
des Rumpfhinterteils, neue Konstruktion der Bremsklappen, geänderte
Aufhängung des Querruders von 2 auf 3 Punkt und geänderte Konstruktion
des Höhen- und Seitenruders die mit Stoff bespannt wurden. Die obigen
Veränderungen haben das gesamte Gewicht im Vergleich mit der "Pliszka 60" um 25 Kilo erhöht. Die
"Pliszka bis" mit dem Kennzeichen SP-2244
wurde am 13.05.1961 durch Dipl. Ing. Z. Winnicki eingeflogen. Kurz nach
dem ersten Flug wurde die "Pliszka bei" einer Landung beschädigt, die
Beschädigungen sind erst im Sommer 1942 repariert worden. Der erste "Pliszka" Prototyp (SP-2062) ist im Juni 1959 auf der internationalen Messe
in Poznan und im September 1959 bei einer Luftfahrtausstellung in Wroclaw
ausgestellt worden. 1960 wurde sie in Lodz öffentlich im Flug präsentiert.
Die "Pliszka" 60 (SP-1980) wurde auf der Luftfahrt-Industrieausstellung 1961
in Warszawa ausgestellt, in dem gleichen Jahr hat sie den Zulassungstest
absolviert und ist für die normale Benutzung freigegeben worden. 1963
ist die "Pliszka 60" dem Aeroklub in Mielec übergeben worden.
Die "Pliszka" hatte
wegen der relativ kleinen Flächenstreckung eine Flugleistung auf dem
Niveau von einem durchschnittlichen Trainingssegler von 1950 bis 1957.
In der Zeit war man laut Richtlinie des polnischen Aeroklubs bemüht,
Segelflugzeuge einzusetzen deren Gleitzahl besser als 27 bis 28 war. Das
war der eigentliche Grund, die "Pliszka" nicht für die Serienproduktion
freizugeben. Die nächste Entwicklungsversion der "Pliszka" mit einer
Fläche mit größerer Streckung und einem Laminarprofil konnte
künftig eine ernste Konkurrenz zum Kunstflieger Kobuz oder dem Trainings-Hochleistungssegler
Lis werden. Die Erfahrungen, die man bei der Entwicklung der "Pliszka" gesammelt
hat, konnten auch für den Bau eines Zweisitzers benutzt werden, der
mit dem SZD-27 "Kormoran" konkurrieren konnte. Das Projekt war auch schon
angefangen und bekam die Bezeichnung M-8 "Pelikan", aber eine politische
Entscheidung der kommunistischen Planwirtschaft hat diese Entwicklung gestoppt
und das Monopol beim Segelflugzeugbau ist der SZD Bielsko übertragen
worden. Es ist wichtig zu sagen, dass die "Pliszka" das erste Ganzmetall-Segelflugzeug
war und als solches eine Pionierrolle im polnischen Segelflugbau erfüllt
hat.
KONSTRUKTION
Die M-3A "Pliszka"
ist ein Selbsttragender Einsitzer für Trainings- und Kunstflug in
Ganzmetallbauweise.
RUMPF
Der vordere Teil
war eine Halbschalenkonstruktion mit elliptischem Querschnitt. Die Kabinenhaube
besteht aus einem nicht beweglichem Windschutz und aus einer Schale auf
einem Stahlskelett, das nach oben und hinten aufklappbar war. Die Verglasung
ist aus Tiefgezogenem Plexiglas. Der bewegliche Teil der Kabinenverglasung
konnte geöffnet und geschlossen blockiert werden. Auf der linken Seite
ist eine Lüftungsöffnung eingebaut worden. Hinter dem Pilotensitz
war ein kleiner Stauraum. Die Pedale waren im Flug einstellbar. Die Ruderanlenkung
war eine gemischte Konstruktion aus Zugseilen und Schubstangen. Das Instrumentepanel
ist mit Fahrtmesser, Höhenmesser, Vario 5 m/s, Vario 30 m/s, elektrischem
Neigungsmesser ist Kompass ausgestattet worden. Der hintere Teil des Rumpfes
ist als ein spantenloses, aus 3 Blechstreifen vernietetes Rohr. Das Fahrwerk
mit Rad 300 x 150 mittels Gummischnur gefedert. Der Sporn war auf einer
Gummischeibe gefedert, hat einen Haken für Gummiseilstart. Der vordere
Teil des Rumpfes hatte einen Schlepp- und einen Gummiseil-Starthaken. Vor
dem Fahrwerk war ein Haken für den Windenstart.
FLÄCHEN
Eine geteilte
Fläche mit Trapezumriss. Die V-Form der Fläche betrug 3 Grad.
Das Profil war NACA 43012A. Einholmkonstruktion mit einem diagonal verlaufendem
Rohr als Versteifung. Die Flächenverbindung war so ausgeführt,
dass eine Übertragung der Biegekräfte auf den Rumpf nicht möglich
war. Hinter dem Holm ist eine Bremsklappe eingebaut worden. Der hintere
Teil der Fläche ist stoffbespannt, das Querruder zweiteilig.
LEITWERKE
Selbsttragend
und das Höhenleitwerk mit dem Profil NACA 0009, einteilig. Die Leitwerke
waren mit Blech beplankt, das Höhen und Seitenruder in der Version
M3 mit Blech und in der Version M3A mit Stoff bespannt.
LACKIERUNG
Der Segler ist
in Naturbelassenem Duraluminum gewesen. Der erste Prototyp hatte den vorderen
Unterteil des Rumpfes dunkelblau lackiert, mit dem Schriftzug "Pliszka"
unter dem Kabinenausschnitt, auf dem Seitenleitwerk auf einem gelben Streifen
die Bezeichnung M-3 und das PZL-Logo. Die Endstücke der Flächen
waren ebenso dunkelblau. Die "Pliszka 60" hat ein dunkelblaues Oberteil
des Rumpfes vor und hinter der Kabine und unter dem Kabinenausschnitt die
Schrift "Pliszka 60" und die Leitwerke wie oben beschrieben. Die "Pliszka" bis hat den Oberteil des Rumpfes wie die
"Pliszka 60", unter dem Kabinenausschnitt
"Pliszka bis" und schmale dunkelblaue Streifen. Auf dem Seitenruder gelbe
Streifen und auf dem oberen Teil des Seitenleitwerks M-3A. |