| SZD-21-2B "Kobuz" ist
die vierte und letzte Version von dem Segler. Die Änderungen
betreffen vor allem den vorderen Teil des Rumpfes und die Konstruktion
der Flächen. Der Prototyp ist von Dipl. Ing. S. Skrzydlewski
am 10.12.1964 eingeflogen worden. Das Konstruktionsteam wurde von Dipl. Ing. J.
Trzeciak und Ing.
M. Gracz geleitet. In dieser Version wurde der "Kobuz" in der Serie
gefertigt. Hervorragende Flugeigenschaften stellen ihn in die Reihe der besten
Kunstflugsegler seiner Zeit. Trotzdem gab es auch tragische Momente:
Jähes Ende einer Weltmeisterschaft
(Quelle Eric Müller)
"In der zweiten Bekannten Pflicht bei den Weltmeisterschaften
1989 in Hockenheim flog der Pole Krzysztof Wyskiel auf der Kobuz 3 ein fast perfektes Programm. Der Spitzenpilot
war bei der vorletzten Figur, einem Turn, angekommen. Mit beängstigendem Ziehen leitete er die
Figur aus. Plötzlich ein Knall die Flügel des Kobuz 3 klappten
zusammen, wie ein Pfeil schoss der Rumpf senkrecht nach unten. Mit
fürchterlicher Geschwindigkeit schlug das Cockpit wenige Meter neben
dem Flugplatz in ein Maisfeld ein. Einige Sekunden
später flatterten auch die Reste der Tragfläche im Umkreis von
einigen hundert Metern zu Boden. Beim Sturz aus 300
Metern Höhe hatte der Pilot keine Chance mehr. Der 32jährige
war sofort tot. Seinen Rettungsfallschirm trug er noch, als
er aus dem völlig zerstörten Cockpit seiner Kobuz 3 geborgen
wurde. Bei einer so niedrigen Höhe hatte der Pilot keine
Chance mehr, den Schirm zu ziehen.
Mitglieder der deutschen Weltmeisterschaftsdelegation
berichteten, nachdem sie das Wrack näher besichtigt hatten: »Am Rumpf in Höhe der Flügelwurzel gab
es in der Nähe der Bruchstelle durchfeuchtete Holzteile. Vermutlich
hatte sich hier Kondenswasser über längere Zeit
angesammelt. Es hatte das Holz durchweicht. Hier könnte die Ursache
des fürchterlichen Absturzes gelegen haben.«
Die Weltmeisterschaft wurde nach diesem Unfall
unterbrochen, und zwei Tage später beschloss man, sie endgültig
zu beenden. Es wurde zwar noch ein Wettbewerb
weitergeflogen, jedoch nur noch als internationaler Vergleich. Die drei restlichen
"Kobuz 3" wurden am Boden gelassen,
die drei weiteren polnischen Piloten überwanden den Schock und flogen den internationalen Wettbewerb auf deutschen
Mü 28 mit. Zumindest die Holzkonstruktion des "Kobuz 3" dürfte nach
diesem Unfall in Hockenheim international wohl nicht
mehr auf Wettbewerben auftauchen. Schon im Vorfeld der Weltmeisterschaft hatte Jerzy Makula, der Weltmeister, berichtet:
»Vor zwei Jahren ist meinem Freund und Vizeweltmeister Andrzej Tomkowicz eine Tragfläche abgerissen.
Allerdings hat er das Flugzeug mit 11 g belastet. Der "Kobuz" hält aber
nur plus 7 und minus 5 g aus.« So ganz einig waren
sich die Polen also nie bei der Angabe der Belastungshöchstgrenzen
des Kobuz 3. Der Unfall in Hockenheim war kein Einzelfall.
Sollte also bei kommenden Meisterschaften wieder ein Kobuz polnische Piloten
auf die ersten Plätze tragen, dann mit Sicherheit
nicht ein "Kobuz 3". Wird der Nachfolger die Kunststoff Konstruktion sein?
"
Nach 12 Jahren dürfen wieder 2 Stück SZD 21-2b "Kubuz 3" fliegen. Am 14.04.2001
sind 2 Exemplare (SP- 2480 und SP-2500)
eingeflogen worden. Durch private Oldtimerfreunde wurden in mühseliger Arbeit
die beiden Exemplare restauriert. Ein drittes Exemplar ist noch in Arbeit. Die
Segler sind jetzt nicht mehr für den Kunstflug zugelassen, die maximale
Geschwindigkeit ist auf 200 km/h zurückgesetzt worden und zusätzlich die
Belastungsgrenzen auf +4 und -1,5 g festgelegt. |