| Mit 500 kg Fluggewicht
gehört der "Bocian" zu den schwersten Doppesitzern. Das ist mit Sicherheit
ein Schulsegler, auf dem bis jetzt die meisten Piloten in der Nachkriegszeit
Polen geschult worden sind. Die Konstruktion von Ing. Wasilewski, Ing. Zatwarnicki
und Ing. Sandauer wurde gerade in der Zeit, in der man
feststellte, dass die sicherste und effektivste Pilotenschulung auf
Doppelsitzern möglich ist, eingeführt. Die Konstruktion war jedoch ursprünglich
als Hochleistungsdoppelsitzer gedacht. Zu dem führten die sehr guten und
unkritischen Flugeigenschaften und die enorme Robustheit, die bei der
Grundschulung so wichtig ist, zur Markteroberung.
Der Erstflug
des Prototyps fand am 10.03.1952 statt. Schon am 16.06.1952 flog ein zweiter
Prototyp. Nach der Erprobung und Einführung kleinerer Verbesserungen am
13.03.1953 wurde ein erstes Serienexemplar eingeflogen, das die
Bezeichnung SZD-9bis "Bocian-1A" bekommen hat. Ab Sommer 1954 wurde eine
modifizierte Version SZD-9bis "Bocian-1B" gebaut. Wichtigster Unterschied war
hier ein vergrößertes Höhenleitwerk. 1954 entstand die nächste Version -
SZD-9bis "Bocian-1C" in der geändert wurden: Geometrie
der Tragflächen, Höhenruder wurde als einteiliges mit Trimmung ausgeführt,
Hecksporn wurde neu entwickelt. Ab April 1958 war eine SZD-9bis "Bocian-1D" im Einsatz
- wo außer kleineren Verbesserungen ein vergrößertes Rad (350 x 135) eingeführt wurde. Die
Version wurde auch ab 1960 exportiert.
Bereits 1952 hat man die ersten Projekte, die zu einer Verbilligung
führen sollten, angefangen. Der erste Versuch hat eine Vereinfachung
der Tragflächen vorgesehen, die danach folgenden Kostenanalysen ergaben
aber, dass der Rumpf die höchsten Kosten verursacht hat. Um den Rumpf
zu verändern, waren weitestgehende Konstruktionsänderungen nötig,
die letztendlich zu einer ganz neuen Konstruktion SZD
10 "Czapla". In den nächsten Jahren hat man noch mehrere Modifikationsversuche
vorgenommen. So entstanden die Projekte SZD
23, SZD 33, SZD
34. Endlich führten die Arbeiten an der SZD 33 zu einer Konstruktionsänderung,
allerdings hat man sich entschlossen die alte Bezeichnung SZD 9 bis zu
erhalten, was zur Vereinfachung der Zertifizierung führte. Nachdem die
Entwicklungsarbeiten über den SZD 33 "Bocian" eingestellt waren, hat das
Konstruktionsteam unter der Leitung von Ing. R. Smigaj und Ing. A. Meus die
letzte Modifizierung des "Bocian" vorgenommen. So entstand die Version SZD-9 bis
"Bocian-1E". Es wurden folgende Änderungen eingeführt: das Fahrwerk wurde
umkonstruiert und mit Gummiseil-gefedertem Schwingarm ausgestattet, abgerundete
Flächen- und Leitwerksspitzen wurden begradigt, die Pilotenkanzel-Abdeckung
wurde modernisiert und kleinere Änderungen der Kabinenausstattung wurden
vorgenommen. Die letzte
Probe den Bocian zu modifizieren lief unter der Projektnummer SZD 34. Die
Arbeiten waren auch nicht umsonst und auf deren Basis entstand der SZD
35 "Bekas". Segler der 1952 zum ersten Mal als Schul- und Leistungsflugzeug
in der Luft war, ist heute noch im Einsatz. Besonders in den neuen Bundesländern
erfreut er sich heute noch an einer großen Beliebtheit. Mit dem "Bocian"
flogen polnische Piloten in genau 13 Jahren von 1955 - 1968 nicht weniger
als 29 Weltrekorde. Bei der Weltmeisterschaft 1956 in St. Yan belegten
die Piloten Notarski / Sandauer unter 13 Teilnehmern den 6. Platz.
Insgesamt wurden 615
"Bocian" hergestellt, davon SZD-9 (Prototyp) - 1 Stck., SZD-9 bis 1A - 11 Stck.,
SZD-9 bis 1B - 11 Stck., SZD-9 bis 1C - 40 Stck., SZD-9 bis 1D - 186
Stck. und SZD-9 bis 1E - 366 Stck.. |