| Der Segler ist von Ing. Tadeusz Tarczynski
und Ing. Wieslaw Stepniewski bereits 1934 projektiert worden. Leider wurde
auf Grund der Krise im Seglerwerk in Lwow das Projekt erst am Ende 1936
/ Anfang 1937 realisiert. Die Konstruktion war ein Versuch einen Hochleistungssegler
zu erbauen, der eine sehr kleine Spannweite hat. Der Segler ist als erster
polnischer Segler mit Wölbklappen ausgestattet worden, die man in
der Thermik zum sehr engen Kreisen nutzte, wobei die Fluggeschwindigkeit
auf unter 50 km/h gedrosselt werden konnte. Die enorme Wendigkeit und Möglichkeit
sehr eng zu kreisen gleichte die erhöhte Sinkgeschwindigkeit etwas
aus. Man nutzte die Wölbklappen auch beim F-Schlepp und mit 40°
Ausschlag als eine aerodynamische Bremse. Der Segler sollte in einer verbesserten
Version (Promyk II) in die Serie übergehen. Leider hat der Ausbruch
des Krieges die Pläne verhindert.
Und hier interessante Beschreibung, die von Przemysław Nalepa
zugeschickt wurde:
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Geschichte von einem
“Promyk”
In den Jahren 1933/1934 arbeitete
Tadeusz
Tarczyński (noch
als Student) im aerodynamischen Institut bei der technischen Hochschule in
Warszawa. In der Zeit wurden viele Tragflächenprofile für ein
Bombenflugzeugprojekt getestet. Eins von den Profilen hatte sehr gutes
Verhältnis zwischen Auftrieb und Luftwiderstand. Das Projekt mit dem
Bombenflugzeug wurde nicht realisiert, aber die Untersuchungen im Windkanal
waren so viel versprechend, dass 2 Studenten der technischen Hochschule, Tadeusz Tarczyński
und Wiesław
Stępniewski
(späterer Professor) sich entschlossen haben, die Ergebnisse für ein
Segelflugzeugprojekt zu nutzen.
Zu der Zeit wurde eine
Konzeption für einen Hochleistungssegler mit sehr kleiner Flächenspannweite
nichts neues. In Deutschland flog bereits der Segler Windspiele mit sehr
kleiner Spannweite und äußerst kleiner Belastung der Tragfläche. Man erreichte
das durch konsequentes Einsetzen von sehr leichten Baumaterialien, zu den vor
allem Spruce (reinrassige Rottanne) und Müllerseide zählte. Natürlich konnte das
Projekt von dem künftigen Promyk (so benannt, weil in der polnischen Sprache der
Promyk die Verkleinerungsform von Promień ist, was wiederum auch einen Radius
bedeutet und als Ableitung für ganz kleinen Kreisradius
steht) nicht als so extremer Leichtbau aus Kostengründen (Studentenprojekt)
realisiert werden. (Windspiele hatte das
Eigengewicht von 54 kg)*
Das Projekt vom TS-1/34 Promyk wurde 1934 entwickelt. Die Tragflächen
wurden aus Gewichtsgründen ungeteilt und mit 11,8m
Spannweite gebaut, der Pilot hatte unter der
Nasenleiste der Tragfläche eine geschlossene Kanzel, das Höhenleitwerk basierte auf dem
Konzept des Seglers CW5 von Ing. Czerwinski, das relativ hoch montiert wurde, um
mögliche Beschädigungen beim Landen zu vermeiden. Die finanziellen
Schwierigkeiten und Aufnahme der Arbeit von W. Stępniewski
im Technischen Institut des Segelflugs in Lwów
brachten eine deutliche Verspätung der Entwicklungsarbeiten. Die Verspätung
hatte aber auch positive Seiten, weil die Konstruktion nochmals überdacht wurde
und man die Tragflächen mit Spaltklappen ausgestattet hat, was wiederum zur
Erhöhung des Preises und Gewichts führte. Die späteren Untersuchungen bei dem
Institut der Flugtechnik (ITL in Warszawa) zeigte jedoch eine enorme Wirksamkeit
der Klappen beim Kreisen in engen Aufwinden und deutlichen Verbesserung der
Langsamflugeigenschaften. Das Segelflugzeug wurde in Lwów
gebaut und im Frühling 1937 von Z. Żabski eingeflogen. Die neu
entwickelten Spaltklappen hatten im Nachhinein noch einen Vorteil, der später
bei der Kreiskampftechnik der Militärmaschinen im 2. Weltkrieg in England
genutzt wurde.
Ing. Tarczyński
hat noch vor dem Krieg bei PZL die Wilk und Lampart entwickelt. Ing. Stepniewski
hat bei ISTUS gearbeitet und während und nach dem Krieg arbeitete er in der
Luftfahrtindustrie in Kanada (de Havilland
Canada, Jet Helicopter Corp.) und USA (Piasecki Helicopter Co. und später Boening
Vertol), aber das wäre schon das Thema für eine andere Geschichte.
Der Ing. Tarczyński
hat jetzt 94 Jahre und lebt in den USA.
© 2002
Przemysław Nalepa
*Bemerkung
des HP-Autors
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